
Sinn und Gesellschaft
Das Museum als Atelier
Wie kann ein Museum für eine Gesellschaft nützlich sein?
Wie kann es Begegnungen und Austausch stiften, Gemeinschaft formen, Geborgenheit bieten, Freude bringen und vielleicht sogar Trost spenden?
Vielleicht indem es nicht nur ein Ort des Wissens, der Vergangenheit und des Abgeschlossenen ist, sondern auch ein Raum der Möglichkeiten, der Entwicklung und des Schaffens.
Die Künstlerinnen Ergül Cengiz, Gretta Louw, Anna Schölß und Esther Zahel nutzen das Museum Starnberger See als Atelier. Alle Besuchenden sind eingeladen mitzuwirken, an einem sich immerfort verwandelnden Raum zum Spielen, Gestalten, Denken, Finden, Erfinden oder einfach nur Sein und Wohlfühlen. Mit allen Sinnen und in Gesellschaft werden Besuchende zu Beteiligten. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Familien: alle, die kommen, dürfen sehen, riechen, spüren und auch weiterführen, neu beginnen oder ausweiten. Das Wesen dieser Ausstellung ist ihr Wandel. Ein Prozess, den die Künstlerinnen anstoßen und zur freien Entwicklung an die Besuchenden übergeben.
Habt Spaß damit. Probiert Euch aus und probiert den Raum an. Schlendert hindurch, denkt nach und malt, lacht und druckt, träumt und bastelt, trefft Euch mit Freunden oder ruht Euch aus.
Ergül Cengiz, geboren 1975, lebt und arbeitet in München. In ihrer künstlerischen Arbeit beschäftigt sie sich mit der kulturellen Bedeutung von Bildmotiven und Mustern. Als Deutschtürkin bewegt sie sich dabei mühe- und vorbehaltlos zwischen der Bildsprache des islamisch geprägten Kulturkreises und der europäischen Kunstgeschichte.
Gretta Louw, geboren 1981, lebt und arbeitet in Starnberg. Textilien prägen ihre Kunst sowohl formal, aber auch inhaltlich, schließlich geht es darin um Vergebungen und Netzwerke: zwischen Menschen, zwischen Zivilisation und Natur, zwischen Gesellschaft und Technologie und zwischen dem einzelnen Menschen und seiner direkten Umgebung.
Anna Schölß, geboren 1983, lebt und arbeitet in Kochel am See und München. Ihre Werke entstehen zwischen Malerei, Rauminstallation und künstlerischem Experiment. Sie haben ihren Ursprung in der Beobachtung von gesellschaftlichem Wandel, Identitäten, Wertvorstellungen und insbesondere weiblicher Rollen in Geschichte und Gegenwart.
Esther Zahel, geboren 1988, lebt und arbeitet in Augsburg. In ihrer Kunst thematisiert sie immer wieder das Zuhause als Sehnsucht nach einem Ort des Rückzugs, der Zugehörigkeit und Geborgenheit. Dafür erschafft sie kleine Architekturen und Gebäude die als begehbare Bildräume den Besuchenden zum Eintritt und sogar zur Gestaltung offenstehen.
Ermöglicht wird die Ausstellung durch den Freundeskreis Museum Starnberger See und die Curt Wills Stiftung, München.