Höfische Schifffahrt und Seegeschichte

Die Dauerausstellung im Museum Starnberger See vermittelt einen Einblick in die besondere Vergangenheit der Region. Über mehrere Ebenen des Museumsneubaus folgt die Präsentation vor allem der Geschichte der Boote und Schiffe auf dem Starnberger See. Die Früh- und Fischereigeschichte ist repräsentiert durch einen originalen Einbaum, wie ihn Fischer bis ins 19. Jhd. auf dem See nutzten. Der älteste am Starnberger See gefundene Einbaum wird auf das Jahr 900 v. Chr. datiert.

Besonders herausgehoben ist in der Ausstellung die einzigartige höfische Schifffahrt der bayerischen Herzöge und Könige. Bereits im 16. Jahrhundert entdeckten bayrische Kurfürsten den See als Kulisse für glanzvolle Festlichkeiten und Jagden, die europaweite Strahlkraft entwickelten. Bis ins 20. Jahrhundert unterhielt der bayrische Hof reich ausgestattete Boote und Schiffe – zeitweise ganze Flotten. Sie wurden am Starnberger See gebaut und in teilweise heute noch erhaltenen Schiffshütten vor Wind und Wetter geschützt.

Das wohl bekannteste und größte aller bayerischen Prunkschiffe war der sogenannte Bucentaur. Das Schiff selbst ist nicht erhalten. Einige Objekte der Originalausstattung, sowie ein Modell des Buzentaur, sind in der Ausstellung präsentiert. Das Herzstück der Dauerausstellung ist das einzige noch vollständig erhaltene Boot der herrschaftlichen Flotte. Es wurde 1837 für König Ludwig I. gefertigt und nach seiner Bugfigur Delphin benannt.

Im Weiteren widmet sich die Dauerausstellung dem Bau der Eisenbahnlinie und der Dampfschifffahrt, sowie der Entstehung und Entwicklung der Villenkolonien um den Starnberger See.