Ludwig II.
Die letzten Tage des Märchenkönigs

ab Juni 2026

Ludwig II. ist wohl die bekannteste und schillerndste Figur der bayerischen Geschichte. Seine Regentschaft brachte Schlösser und Gärten, Mythen und Legenden hervor und fand schließlich in dem wohl berühmtesten ungeklärten Todesfall Bayerns ihr Ende. Verschuldet, einsam und als psychisch krank beurteilt starb Ludwig am 13. Juni 1886 zusammen mit dem Psychiater Dr. Bernhard von Gudden im Starnberger See. Den letzten vier Tagen des „Märchenkönigs“ ist diese Ausstellung gewidmet – ein Drama in vier Akten.

Mit nur 18 Jahren hatte der kunstsinnige Kronprinz den bayerischen Thron bestiegen. Doch bereits kurz nach Regierungsübernahme wurden seine Großzügigkeit und seine Ausschweifungen offensichtlich, nicht zuletzt in den ausufernden Schlösserbauten. Mit den großen politischen Veränderungen nach zwei Kriegen und dem Verlust der bayerischen Selbstständigkeit im Zuge der Reichsgründung von 1871 zog sich der menschenscheue König zunehmend aus Politik und Öffentlichkeit zurück. Als Monarch stand er zwischen Epochen und Welten, war gespalten zwischen fantastischen Inszenierungen und Illusionen auf der einen und der profanen politischen Wirklichkeit auf der anderen Seite. Ludwig war begeisterter Förderer des technischen Fortschritts und dessen Möglichkeiten, die er in historistischen Bauten umsetzte und zugleich in seinen Träumen vom Fliegen auslebte. Als Schöngeist regierte er in Zeiten des Krieges, war religiös-tolerant und schwärmte dennoch für das christlich geprägte Mittelalter. Er war zerrissen zwischen intimen Sehnsüchten und gesellschaftlichen Normen. Politisch handelte er rückwärtsgewandt. Er sehnte sich nach absoluter Macht und Gestaltungsfreiheit im Selbstverständnis des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. und ohne Rücksicht auf die zeitgenössische Verfassung und das Parlament. Zunehmend irrational in seiner Realitätswahrnehmung suchte er die Einsamkeit und ging auf Abstand zu Menschen und der Welt. Doch wie entwickelte sich daraus die Tragödie seines Todes? Was waren die biografischen und politischen Voraussetzungen? Was ist jenseits mündlicher, bis heute lebendiger Überlieferungen bekannt über die letzten Tage des „Märchenkönigs“? 

In vier Kapiteln stellt die Ausstellung die letzten Tage im Leben des Königs vor. Zum besseren Verständnis beleuchtet ein Prolog die Vorgeschichte Ludwigs sowie wichtige Entwicklungen in Bayern. Ein Epilog berichtet am Ende der Ausstellung, was unmittelbar nach dem Tod des Königs geschah. Jeder Tag wird von einem Text begleitet, der das Geschehen zusammenfasst. Die folgenden Unterkapitel führen in die Tiefe. In Hörstücken werden Personen porträtiert sowie Ereignisse und Dokumente erklärt, die für den jeweiligen Tag bedeutsam waren.

Ermöglicht wird die Ausstellung durch den Freundeskreis Museum Starnberger See und gefördert durch den Landkreis Starnberg, den Bezirk Oberbayern und das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst.